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Missions-Postkarten

aus der Mongolei, 19. Jahrhundert:
Mongolen beim Mittagessen

In einem Antiquariat in der Innenstadt von Antwerpen fand ich vor einiger Zeit recht interessante alte Postkarten:

die eine Karte zeigte ein durchaus gängiges Motiv aus dem Alltagsleben eines unbekannten Volkes:

Mittagsmahl der Mongolen.

 

 

 

 

Die zweite Karte machte mich stutzig: der Text zeugte wieder einmal von religiöser Ignoranz und Herrschaftsbewußtsein:

Er opfert... aber nicht dem wahren Gott

dann studierte ich die komplette Bildunterschrift und fand heraus, daß diese Karten von einer belgischen Missionsgesellschaft stammten, der Missiecongregatie van Scheut, einer Gesellschaft die im 19. Jahrhundert in China, der Mongolei und Tatarstan missionierte...

Im Schlepptau des europäischen Imperialismus des 19. Jahrhunderts wurde das Wort Gottes gepredigt, eine kulturelle Überheblichkeit, die heute leider immer noch anzutreffen ist, wieder Aufwind hat: van Scheut missioniert seit 1992 erneut im Auftrag des Papstes in der Mongolei und in Tuva arbeitet Licht im Osten, die ich ja schon an anderer Stelle auf AVANTART vorgestellt habe.